
Tabaksteuererhöhung wird vorgezogen – das müssen Raucher und Dampfer jetzt wissen
Tabaksteuererhöhung wird vorgezogen – das müssen Raucher und Dampfer jetzt wissen
Die Bundesregierung zieht die eigentlich für 2027 geplante Tabaksteuererhöhung vor. Sie soll bereits 2026 in Kraft treten. Die vorübergehende Senkung der Energiesteuer auf Sprit um rund 17 Cent pro Liter „muss“ gegenfinanziert werden. Die Rechnung zahlen am Ende Raucher, Dreher und Dampfer.
Was ist passiert? Der politische Hintergrund
Mitte April 2026 hat sich die Regierungskoalition aus CDU, CSU und SPD auf ein Entlastungspaket geeinigt, das vor allem Autofahrer entlasten soll. Die beiden Kernmaßnahmen: eine auf zwei Monate befristete Senkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin um jeweils rund 17 Cent brutto pro Liter sowie die Möglichkeit für Arbeitgeber, eine steuer- und abgabenfreie Prämie von bis zu 1.000 Euro an ihre Beschäftigten auszuzahlen.
Die Senkung der Energiesteuer reißt ein Loch von rund 1,6 Milliarden Euro in den Staatshaushalt. Dieses Loch soll ausgerechnet durch die Raucher gestopft werden. Die Bundesregierung bestätigte auf ihrer offiziellen Website: Die Steuerausfälle aus der Entlastungsprämie sollen durch eine vorgezogene Erhöhung der Tabaksteuer bereits im Jahr 2026 ausgeglichen werden.
Ursprünglich war die nächste große Stufe der Tabaksteuererhöhung im Zusammenhang mit der Reform der gesetzlichen Krankenversicherung erst für 2027 vorgesehen. Jetzt wird sie um ein Jahr nach vorne gezogen.
Moment mal – gab es 2026 nicht schon eine Erhöhung?
Ja, und genau das macht die Situation für Verbraucher besonders bitter. Zum 1. Januar 2026 ist bereits die letzte Stufe des Tabaksteuermodernisierungsgesetzes (TabStMoG) aus dem Jahr 2021 in Kraft getreten. Seitdem gelten folgende Steuersätze:
- Zigaretten: 12,28 Cent pro Stück plus 19,84 % des Kleinverkaufspreises (vorher: 11,71 Cent)
- Feinschnitt/Drehtabak: 61,58 Euro pro Kilogramm plus 17,40 % des Kleinverkaufspreises
- E-Zigaretten-Liquids: 0,32 Euro pro Milliliter (vorher: 0,26 Euro)
- Erhitzter Tabak: zusätzliche Besteuerung auf Zigarettenniveau
Diese Sätze sind aktuell im § 2 Tabaksteuergesetz für den Zeitraum vom 1. Januar 2026 bis zum 14. Februar 2027 festgeschrieben.
Mehr über die Zigarettenpreise und ihre Entwicklung erfährst du übrigens in einem anderen Blogbeitrag.
Wie teuer wird es konkret?
Die genaue Höhe der zusätzlichen Erhöhung steht zum jetzigen Zeitpunkt nicht endgültig fest. Ein Gesetzentwurf liegt natürlich noch nicht vor. In der Koalition wird jedoch bereits konkret über einen Aufschlag von bis zu 2 Euro pro 20er-Packung Zigaretten diskutiert. Das würde den Durchschnittspreis einer Schachtel in Deutschland von derzeit rund 9,20 Euro auf etwa 10,50 bis 11 Euro treiben.
Deutschland würde damit den Ländern mit den höchsten Zigarettenpreisen in Europa deutlich näherkommen.
Was das für dich als Konsument bedeutet
Eine Hochrechnung für typische Konsumprofile:
- Schachtelraucher (20 Zigaretten/Tag): Bei einem Aufschlag von 2 € pro Packung zahlst du rund 730 € mehr pro Jahr.
- Selbstdreher (40 g/Woche): Auch Feinschnitt wird voraussichtlich prozentual angehoben. Mehrkosten je nach Höhe der Anhebung ca. 150–300 € pro Jahr.
- Dampfer (100 ml Liquid/Monat): Schon durch die reguläre 2026er-Erhöhung zahlst du etwa 8 € mehr im Monat. Eine weitere Anpassung ist nicht auszuschließen.
Wer ist betroffen?
Die Erhöhung trifft voraussichtlich die gesamte Produktpalette:
- Fertigzigaretten aller Marken und Preissegmente
- Feinschnitt, Dreh- und Stopftabak
- Zigarren und Zigarillos
- Pfeifentabak
- Wasserpfeifentabak (Shisha)
- E-Zigaretten-Liquids (mit und ohne Nikotin)
- Erhitzte Tabakprodukte (Heat-not-Burn)
- Nikotinbeutel und alternative Produkte
Besonders spürbar wird die Anhebung wie immer bei günstigen Zigaretten, da hier die sogenannte Mindeststeuer stärker durchschlägt. Der prozentuale Preisaufschlag fällt bei Discount-Zigaretten oft höher aus als bei Premium-Marken.
Lohnt sich jetzt ein Vorrat?
Eine Frage, die uns in den letzten Tagen besonders häufig erreicht hat. Die ehrliche Antwort: Ja, innerhalb gesetzlicher und vernünftiger Grenzen lohnt sich das Hamstern vor einer Steuererhöhung praktisch immer. Warum?
- Tabakprodukte sind mit Banderolen versehen. Was du vor dem Stichtag mit alter Banderole kaufst, ist bereits zum alten Steuersatz versteuert und wird nicht nachträglich teurer.
- Tabak ist lange haltbar, wenn er richtig gelagert wird (kühl, dunkel, trocken, in Originalverpackung).
- Die Erhöhung ist politisch nahezu sicher. Auch wenn das Gesetz noch nicht verabschiedet ist, hat die Koalition die Maßnahme bereits offiziell angekündigt.
Unsere Lagerungs-Tipps
- Zigaretten in Originalpackung im geschlossenen Karton aufbewahren
- Feinschnitt luftdicht verschlossen an einem kühlen, dunklen Ort (z. B. Keller) bei konstanten 16–20 °C lagern
- Liquids dunkel und kühl lagern (Haltbarkeit oft 1–2 Jahre)
- Zigarren benötigen einen Humidor mit 68–72 % Luftfeuchtigkeit
Kritik aus Wirtschaft und Gewerkschaft
Die geplante Vorziehung stößt auf deutlichen Widerstand. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kritisierte Mitte April 2026, dass die Gegenfinanzierung über die Tabaksteuer Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen überproportional belaste sowie rund 6.200 Beschäftigte in den tarifgebundenen Betrieben der deutschen Zigarren- und Zigarettenindustrie bedrohe.
Tabakexperten weisen zudem auf einen Nebeneffekt hin, den der Staat gerne ausblendet: Je höher die legale Tabaksteuer, desto attraktiver wird der Schwarzmarkt und der Grenzhandel mit den günstigeren Nachbarländern wie Polen, Tschechien oder Luxemburg. Deutschland hat in den vergangenen Jahren durch diesen Effekt bereits messbar Steuereinnahmen verloren.
tabakdealer Fazit
Die vorgezogene Tabaksteuererhöhung ist eine politische Entscheidung, die Raucher und Dampfer besonders hart trifft. Ob der Aufschlag am Ende tatsächlich 2 Euro pro Packung beträgt oder stufenweise kommt, ist noch offen. Sicher ist aber: Günstiger wird es nicht mehr. Wer regelmäßig raucht, dreht oder dampft, sollte die aktuelle Übergangsphase nutzen, um sich mit Vorräten einzudecken.
Wir halten dich hier im Blog auf dem Laufenden, sobald der Gesetzentwurf offiziell vorliegt.
Stand: April 2026. Dieser Beitrag basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen zum Entlastungspaket der Bundesregierung und gibt den politischen Diskussionsstand wieder. Ein Gesetzentwurf zur vorgezogenen Tabaksteuererhöhung lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor. Alle Angaben ohne Gewähr.



