
Tabaksteuererhöhung ab 2027 – das müssen Raucher und Dampfer jetzt wissen
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Tabaksteuererhöhung ab 2027 – das müssen Raucher und Dampfer jetzt wissen
Die Bundesregierung hat die nächste Tabaksteuererhöhung beschlossen. Sie kommt ab 2027 und in mehreren Stufen: Das Bundeskabinett hat am 6. Juli 2026 einen Gesetzentwurf beschlossen, der die erste Anhebung im kommenden Jahr vorsieht, weitere folgen jährlich bis 2030. Den Anstoß gab die Suche nach zusätzlichen Einnahmen für den Bundeshaushalt 2027. Die Rechnung zahlen am Ende Raucher, Dreher und Dampfer.
Was ist passiert? Der politische Hintergrund
Mitte April 2026 hat sich die Regierungskoalition aus CDU, CSU und SPD auf ein Entlastungspaket geeinigt, das vor allem Autofahrer entlasten soll. Die beiden Kernmaßnahmen: eine auf zwei Monate befristete Senkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin um jeweils rund 17 Cent brutto pro Liter sowie die Möglichkeit für Arbeitgeber, eine steuer- und abgabenfreie Prämie von bis zu 1.000 Euro an ihre Beschäftigten auszuzahlen.
Das Entlastungspaket hatte ein Volumen von rund 1,6 Milliarden Euro. Zur Gegenfinanzierung sollte die Tabaksteuer zunächst schon 2026 steigen.
Dazu kam es nicht. Ende April verschob die Regierung das Vorhaben in das Paket für den Haushalt 2027. Im Mai stellte sie auf eine Anfrage aus dem Bundestag klar, dass die Mehreinnahmen aus der Tabaksteuer die Ausfälle aus der Spritsteuersenkung nicht ausgleichen sollen.
Moment mal – gab es 2026 nicht schon eine Erhöhung?
Ja, und genau das macht die Situation für Verbraucher besonders bitter. Zum 1. Januar 2026 ist bereits die letzte Stufe des Tabaksteuermodernisierungsgesetzes (TabStMoG) aus dem Jahr 2021 in Kraft getreten. Seitdem gelten folgende Steuersätze:
- Zigaretten: 12,28 Cent pro Stück plus 19,84 % des Kleinverkaufspreises (vorher: 11,71 Cent)
- Feinschnitt/Drehtabak: 61,58 Euro pro Kilogramm plus 17,40 % des Kleinverkaufspreises
- E-Zigaretten-Liquids: 0,32 Euro pro Milliliter (vorher: 0,26 Euro)
- Erhitzter Tabak: zusätzliche Besteuerung, im Ergebnis 80 % des Steuertarifs für Zigaretten
Diese Sätze sind aktuell im § 2 Tabaksteuergesetz für den Zeitraum vom 1. Januar 2026 bis zum 14. Februar 2027 festgeschrieben. Die jetzt geplante Anhebung käme also noch obendrauf.
Mehr über die Zigarettenpreise und ihre Entwicklung erfährst du übrigens in einem anderen Blogbeitrag.
Wie teuer wird es konkret?
Mit dem Kabinettsbeschluss sind die Zahlen inzwischen deutlich konkreter. Die Erhöhung läuft über vier Jahre: Die erste Stufe greift im kommenden Jahr, danach folgt jährlich bis 2030 eine weitere. Die Koalitionsfraktionen wollen die Sätze im Bundestag noch einmal nach oben anpassen.
Für eine 20er-Packung Zigaretten ergibt sich daraus nach dem aktuellen Stand dieser Preispfad: 9,10 Euro im Jahr 2027, 9,91 Euro 2028, 10,81 Euro 2029 und 11,78 Euro im Jahr 2030. Aktuell liegt eine Schachtel im Schnitt bei rund acht Euro.
Deutschland würde damit den Ländern mit den höchsten Zigarettenpreisen in Europa deutlich näherkommen.
Was das für dich als Konsument bedeutet
Eine Hochrechnung für typische Konsumprofile:
- Schachtelraucher (20 Zigaretten/Tag): Bei einer Packung am Tag zahlst du 2027 rund 400 Euro mehr pro Jahr als heute. Bis 2030 wächst der Aufschlag auf etwa 1.400 Euro pro Jahr.
- Selbstdreher (40 g/Woche): Feinschnitt wird ebenfalls angehoben. Die genauen Sätze können sich in den Beratungen noch verschieben.
- Dampfer (100 ml Liquid/Monat): Liquids für E-Zigaretten sind Teil des Entwurfs. Auch hier ist die endgültige Höhe noch offen.
Wer ist betroffen?
Die Erhöhung trifft voraussichtlich die gesamte Produktpalette:
- Fertigzigaretten aller Marken und Preissegmente
- Feinschnitt, Dreh- und Stopftabak
- Zigarren und Zigarillos
- Pfeifentabak
- Wasserpfeifentabak (Shisha)
- E-Zigaretten-Liquids (mit und ohne Nikotin)
- Erhitzte Tabakprodukte (Heat-not-Burn)
Besonders spürbar wird die Anhebung wie immer bei günstigen Zigaretten, da hier die sogenannte Mindeststeuer stärker durchschlägt. Der prozentuale Preisaufschlag fällt bei Discount-Zigaretten oft höher aus als bei Premium-Marken.
Lohnt sich jetzt ein Vorrat?
Eine Frage, die uns aktuell besonders häufig erreicht. Die ehrliche Antwort: Eile ist nicht geboten, denn der erste Stichtag liegt im kommenden Jahr. Wissen solltest du trotzdem, wie eine Steuererhöhung technisch funktioniert:
- Tabakprodukte sind mit Banderolen versehen. Was du vor dem Stichtag mit alter Banderole kaufst, ist bereits zum alten Steuersatz versteuert und wird nicht nachträglich teurer.
- Tabak ist lange haltbar, wenn er richtig gelagert wird (kühl, dunkel, trocken, in Originalverpackung).
- Das Gesetz ist noch nicht durch. Der Kabinettsbeschluss liegt vor, über die endgültigen Steuersätze entscheidet aber erst der Bundestag nach der Sommerpause.
Unsere Lagerungs-Tipps
- Zigaretten in Originalpackung im geschlossenen Karton aufbewahren
- Feinschnitt luftdicht verschlossen an einem kühlen, dunklen Ort (z. B. Keller) bei konstanten 16–20 °C lagern
- Liquids dunkel und kühl lagern (Haltbarkeit oft 1–2 Jahre)
- Zigarren benötigen einen Humidor mit 68–72 % Luftfeuchtigkeit
Kritik aus Wirtschaft und Gewerkschaft
Die geplante Erhöhung stößt auf deutlichen Widerstand. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kritisierte Mitte April 2026, dass die Gegenfinanzierung über die Tabaksteuer Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen überproportional belaste sowie rund 6.200 Beschäftigte in den tarifgebundenen Betrieben der deutschen Zigarren- und Zigarettenindustrie bedrohe.
Tabakexperten weisen zudem auf einen Nebeneffekt hin, den der Staat gerne ausblendet: Je höher die legale Tabaksteuer, desto attraktiver wird der Schwarzmarkt und der Grenzhandel mit den günstigeren Nachbarländern wie Polen, Tschechien oder Luxemburg. Deutschland hat in den vergangenen Jahren durch diesen Effekt bereits messbar Steuereinnahmen verloren.
tabakdealer Fazit
Die Tabaksteuererhöhung ab 2027 ist eine politische Entscheidung, die Raucher und Dampfer besonders hart trifft. Dass sie stufenweise kommt, steht mit dem Kabinettsbeschluss fest. Offen ist, wie hoch die einzelnen Stufen am Ende ausfallen, denn die Koalitionsfraktionen wollen im Bundestag noch nachlegen. Sicher ist aber: Günstiger wird es nicht mehr. Wer regelmäßig raucht, dreht oder dampft, sollte die Entwicklung im Blick behalten.
Wir halten dich hier im Blog auf dem Laufenden, sobald das Gesetz endgültig verabschiedet ist.
Stand: Juli 2026. Dieser Beitrag basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen sowie auf dem Gesetzentwurf zur Änderung des Tabaksteuergesetzes, den das Bundeskabinett am 6. Juli 2026 beschlossen hat, und gibt den aktuellen Stand des Gesetzgebungsverfahrens wieder. Das Gesetz war zum Zeitpunkt der Aktualisierung noch nicht final verabschiedet; Termine und Höhe der Erhöhung stehen unter dem Vorbehalt der Verabschiedung. Alle Angaben ohne Gewähr.



